Heike Raap
Abschluss: 2000
Lebt in Nürnberg
Abschluss Visuelle Kommunikation bei Ott+Stein

Titel der Abschlussarbeit:
"Die Petze aus dem Handschuhfach - Ein Reisebericht in Wort und Bild"
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Illustration für die eigene Lehrveranstaltung, Heike Raap, 2012



Lehrveranstaltung: Designers Ethik

Gestalten – Entscheiden – Verantworten

Jeder Gestalter handelt und trifft Entscheidungen. Man kann sich diesem Umstand nicht entziehen, denn sowohl Tun als auch Unterlassen, also ein Nicht–Eingreifen in einen Prozess, obwohl man die Möglichkeit dazu hätte, stellt eine Handlung bzw. eine Entscheidung dar. Entscheidungen werden also in jedem Fall getroffen: wenn ich es nicht aktiv tue, tut es ein anderer. Grund genug, sich mit der Frage zu befassen, welche persönliche Anspruchshaltung ich als Designer einnehme und wie ich meine Entscheidungsspielräume gestalte.

Die Lehrveranstaltung behandelt von philosophisch bis praktisch u.a. den Unterschied zwischen Moral und Ethik, direktes und indirektes Entscheiden, die Rolle des Kontextes als Gestaltungsvariable, den Umgang mit „Sachzwängen“ und die Herausforderung, Entscheidungsfreude zu erhalten und zu entwickeln.
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Entwurf von Heike Raap und Philip Zerweck, Foto von Dusyma GmbH, 2008



Medienturm

Computermöbel für Kindergarten und Hort

Der Entwurf von Computermöbeln für den Einsatz in Kindergarten und Hort bedeutet aus ergonomischer Sicht, sich an Kindern der Altersgruppe von vier bis acht Jahren zu orientieren, also u.a. einem enormen Größenunterschied der Hauptnutzer gerecht zu werden. Grundidee des Entwurfes war daher, die in den Institutionen vorhandenen altersgerechten Tische zu nutzen, zumal eine Mehrfachnutzung der Tische, etwa zum Basteln, Essen und Spielen in Kindergärten Tradition hat. Darüber hinaus war die optische und qualitative Einordnung in die bestehende Produktpalette der Firma Dusyma gefordert.

Kunde: Dusyma Kindergartenbedarf GmbH, Schorndorf
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Entwurf und Foto, Heike Raap, 2009



"Schatz, wo stehen denn die Floskeln?"

Eine Arbeit mit Augenzwinkern

Gerade in den Zeiten des Wahlkampfs schimpfen viele über die Äußerungen der Politiker. Aber bedient sich nicht jeder einzelne in seinem Alltagsleben aus seinem persönlichen Vorrat an Antwortoptionen auf unangenehme Fragestellungen?

Die Arbeit “Schatz, wo stehen denn die Floskeln?” irritiert, indem sie harmlose Vorratsdosen in einen bis dahin ungewohnten Kontext setzt. Vorratsdosen, die gemeinhin physisch greifbare Dinge beherbergen, dienen nun als symbolisches Behältnis für virtuelle, abstrakte Inhalte. Dieser Gegensatz ist es, der die Neugierde weckt. Kaum einer geht vorbei, ohne den Deckel anzuheben und zumindest verstohlen einen Blick hineinzuwerfen. Was mag darin sein?

Als Produktdesignerin begrüße ich diese Reaktion ungemein, wird doch so nicht nur der Intellekt, sondern auch die haptisch sinnliche Seite angesprochen. Diese Arbeit wurde mit einem Augenzwinkern erstellt, welches gut zu dem verlegenen Schmunzeln derjenigen passt, welche den Deckel wieder aufsetzen und sich fragen, was sie denn eigentlich erwartet haben zu sehen.
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Die Studenten Felicitas Merz und Christian Kleibert entwickelten eine historische Entdeckungstour durch die Schwäbisch Haller Innenstadt. Im Bild zwei urbane Entdecker beim Scannen eines QR-Codes hinter dem sich Informationen zum Bauwerk verbergen. Foto von Christian Kleibert und Felicitas Merz, 2011



Lehrveranstaltung: Einsatz von QR–Codes im Stadtmarketing

Entwerfen – Realisieren – Bewerten

QR-Codes bieten in Verbindung mit Smartphones die Möglichkeit, orts- und zeitbezogene Informationen zusätzlich zum physisch wahrnehmbaren Raum abzurufen. Im Rahmen dieses Projektes wurde untersucht, welche Potenziale und Fährnisse diese Technologie hinsichtlich des Stadtmarke­tings bieten kann. Die Studierenden erarbeiteten im operativen Bereich des Stadtmarketings Vorschläge für den nutzbringenden Einsatz von QR-Codes in der Stadt Schwäbisch Hall und konkretisierten diese bis hin zu funktionsfähigen Prototypen. Diese wurden in der Schwäbisch Haller Innenstadt installiert und in der Tagespresse beworben.

Didaktisch wurde der Entwurfsprozess durch die Vermittlung von Methoden unterstützt, die auf die jeweils einzelnen Prozessphasen zugeschnitten waren. So lernten die Studierenden beispielsweise, wie man Kontext und Zielgruppen mithilfe der Szenarientechnik beschreiben und auf Stringenz überprüfen kann, wie man qualitative Informationen mittels Leitfadengesprächen gewinnt oder wie man Nutzwertanalysen erstellt, um Entwurfsalternativen zu bewerten.

Ein gemeinsames Projekt mit Prof. Guido Kühn, Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Hall.